Antigraffiti

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Graffiti - Lexikon

Die Graffiti-Szene benutzt eine ganze Reihe von eigenen Ausdrücken. Im Laufe der Zeit hat sich innerhalb dieser Szene ein eigener Jargon, der sogenannte Graffiti-Jargon, entwickelt.

3D-Style

Der 3D-Style ist ein besonderer Graffiti-Stil, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Konturen der Buchstaben hier völlig ohne Outlines definiert werden. Stattdessen erfolgt die Definition der Konturen bei diesem Stil ausschließlich durch Licht- beziehungsweise Schatteneffekte. Innerhalb der Writing-Szene erfreut sich der 3D-Style mittlerweile großer Beliebtheit.

Adbusting

Beim Adbusting – Graffiti-Aktion, die der Streetart  zuzurechnen ist – werden Aussagen auf überwiegend politischen Plakaten so umgeformt oder übersprüht, dass eine andere Aussage dabei entsteht.

Anti-Graffitischutz

Als "Anti-Graffitischutz" werden Fassadenanstriche bezeichnet, welche die Oberflächen vor dem Eindringen von Farben sowie Lacken schützt. Ein solcher Graffitischutz kann dabei entweder temporär, semi-permanent oder aber permanent aufgetragen werden.

ASI-Kante

Die ASI-Kante ist der Teil der Überdachung eines Zuges beziehungsweise einer S-Bahn, der die Biegung zum Dach bildet. Häufig wird dieser Teil des Zuges beziehungsweise der S-Bahn nur sehr selten oder aber gar nicht gereinigt, weshalb die ASI-Kante als sehr beliebte Fläche zum Taggen gilt.

Ätzen (Etching)

Dieses Verfahren, das für den Sprayer sehr gefährlich ist, besteht aus der Anbringung hochgiftiger Fluorwasserstoffsäure auf überwiegend gläsernen Untergründen.

Babu

Als "Babu" bezeichnen die Anhänger der Graffiti-Bewegung abfällig die Mitarbeiter der Bahnpolizei.

Backjump

Bei einem Backjump sprüht der Graffiti-Künstler auf ein bewegliches Objekt, wenn dies für kurze Zeit zum Stehen kommt. So werden vor allem Züge und Bahnen häufig besprüht, während diese an einer Haltestellen stoppen.

Besitzverbot

Werden jugendliche Sprayer erwischt, droht ihnen neben den Kosten für die Reinigung und einer Anzeige wegen Beschädigung fremden Eigentums außerdem ein so genanntes Besitzverbot, das sich auf all jene Utensilien bezieht, die sich üblicherweise für Graffitis benutzen lassen.

Biter

Als "Biter" werden in der Graffiti-Szene Writer bezeichnet, die statt einen eigenen Stil zu entwickeln, nur die Werke anderer Künstler nachahmen und kopieren. Viele Graffitis werden mittlerweile derart oft kopiert, dass es beinahe unmöglich ist, dessen eigentlichen Urheber auszumachen.

Black-Book

Das sogenannte Black-Book dient den Graffiti-Künstlern dazu, ihre eigene Werke und die Entwicklung des Styles über die Zeit zu dokumentieren. Zusätzlich finden sich in einem solchen Black-Book häufig auch Skizzen oder Fotos von besonders gelungenen Graffitis anderer Künstler.

Bombing

Das Bombing ist eine spezielle Art des Sprühens, bei dem ein Graffiti möglichst schnell an die Wand gebracht wird. Entsprechend sind die Pieces, die beim Bombing entstehen, in aller Regel eher weniger aufwändig, des Weiteren wird bei dieser Methode oftmals auch ohne Farben gearbeitet. Beim Bombing steht eindeutig die Quantität im Vordergrund, die Qualität der Pieces ist hier nur zweitrangig.

Buff

Ursprünglich war der Begriff "Buff" nur eine Bezeichnung für die chemischen Anlagen, in denen besprühte Bahn-Waggons gereinigt wurden. Besonders in New York sind zahlreiche Arbeiter dauerhaft durch die bei der Reinigung der Züge entstehenden Dämpfe erkrankt. Mittlerweile steht der Begriff dagegen allgemein für das Entfernen beziehungsweise die Reinigung von Graffitis. Flächen, auf denen häufig Graffitis auftauchen, werden häufig regelmäßig gebufft, um die Hoheit über diese zu demonstrieren und den Anreiz für aufwändige Arbeiten zu nehmen. Die ständige Graffitientfernung hat oftmals allerdings auch den negativen Effekt, dass die Qualität der Graffitis auf der jeweiligen Fläche extrem sinkt. Zum Teil wird eine solche Fläche in der Praxis ständig mit qualitativ eher schlechten Graffitis gecrosst.

Burner

Als "Burner" wird in der Graffiti-Szene ein ganz besonders gut gelungenes Piece eines Künstlers bezeichnet. Zusätzlich steht der Begriff auch für Graffitis, die sich an einem besonders guten Ort befinden.

Bust

Ein "Bust" meint das Auffassen eines Graffiti-Künstlers durch die Polizei oder durch private Sicherheitskräfte.

Can

Mit dem Begriff "Can" bezeichnen Graffiti-Künstler ihre Sprühdosen, mit denen die Farbe auf die Flächen aufgetragen wird. Dosen mit einem hohen Druck eignen sich in Kombination mit einem entsprechenden Sprühkopf besonders gut zum Ausfüllen von großen Flächen.

Cap

Als "Caps" bezeichnen Graffiti-Künstler die Sprühköpfe ihrer Sprühdosen. Dabei sorgt der Sprühkopf dafür, dass der Lack während des Entweichens zerstreut wird. Sprayer benutzen verschiedene Caps, die sich hinsichtlich der Stärke des Sprühstrahls unterscheiden und dadurch unterschiedlich starke Linien auf der Wand ermöglichen. Die sogenannten "Fatcaps" garantieren einen sehr breiten Strahl mit viel Farbe und werden daher in erster Linie für großflächige Füllungen eingesetzt. Dagegen kommen die "Skinnycaps" mit ihrem dünnen Strahl dann zum Einsatz, wenn Outlines gezeichnet werden sollen. Schließlich sorgen auch "Softcaps" für einen dünnen Strahl. Im Unterschied zu den "Skinnycaps" sorgen "Softcaps" dafür, dass relativ wenig Farbe austritt, weshalb sie vor allem für Farbübergänge verwendet werden.

Checker

"Checker" ist einerseits eine in der Graffiti-Szene etablierte Bezeichnung für die Sicherheitsbeauftragten von privaten Firmen. Gleichzeitig werden auch solche Personen als "Checker" bezeichnet, die vor dem Malen überprüfen, ob Personen in der näheren Umgebung anwesend sind, die bei Sprühen stören könnten.

Covern

Als "Covern" bezeichnen Anhänger der Graffiti-Szene das vollständige Übermalen des Bildes eines anderen Sprayers, häufig geschieht dies aus Platzmangel.

Crew

Mit dem Ausdruck "Crew" wird innerhalb der Graffiti-Szene der Zusammenschluss mehrerer Sprayer bezeichnet. Jede Crew verfügt über ein spezifisches Kürzel, das wie ein persönliches Kürzel, in Bildern verarbeitet wird. Da mehrere Graffiti-Künstler das gleiche Crew-Kürzel verwenden, erlangt dieses im besten Fall eine sehr große Bekanntheit.

Crossen

Das "Crossen" meint die Zerstörung von Graffitis anderer Künstler. Gründe für das Crossen eines Graffitis können entweder Streitigkeiten mit anderen Künstlers oder aber Mangel an legalen Flächen sein.

Destroyline

Die Destroyline, die gerne auch als Terror- beziehungsweise Damageline bezeichnet wird, ist eine lange, durchgezogene Linie, mit der man eine Fläche oder ein gespraytes Bild zerstört. In der Szene gilt eine solche Destroyline als starkes Zeichen der Verachtung gegenüber dem Urheber des gecrossten Graffitis.

End-to-End

Als "End-to-End" bezeichnet man in der Graffiti-Szene ein auf einen Zug gespraytes Werk, das sich zwar über die komplette Länge, nicht aber über die komplette Höhe eines Waggons erstreckt. Häufig werden solche Graffitis von mehreren Künstlern zusammen gesprüht. Ein von einem einzigen Graffiti-Künstler gemaltes "End-to-End" bezeichnet man in der Szene als "One-Man-End-to-End".

Fame

Fame zu bekommen ist für viele Graffiti-Künstler der Hauptantrieb. Neben der Quantität der Graffitis zählt auch die Qualität der Spots, an denen die Pieces gesprüht wurden.

Family-Couple

Der Begriff "Family-Couple" steht unter Graffiti-Künstlern für ein dreifaches Wholecar, also drei vollständig mit einem Graffiti bemalte Waggons, die immer zusammen bleiben und nicht durch die Bahn getrennt werden. Genau wie ein "Married Couple", also zwei unmittelbar hintereinander liegende, besprühte Waggons, findet man auch "Family Couples" aufgrund der schnellen Reinigung besprühter Waggons nur noch sehr selten.

Farbanschlag

Beschädigung einer Fassade oder anderer öffentlicher oder nicht öffentlicher Bauten durch Auftrag von Farbe, in der Regel aus Sprühdosen.

Farbreparaturen und Farbtonmessung

In manchen Fällen ist auf Grund der Substanz, der verwendeten Farbe oder Technik ein Entfernen von Graffitis mittels chemischer oder mechanischer Methoden nicht oder kaum möglich. Daher wird in solchen Fällen eine elektronische Farbanalyse durchgeführt, mittels derer die exakte Oberflächenfarbe auch in kleinen Mengen nachgemischt und die Fassade nur partiell neu gestrichen werden kann.

Flow

Mit der Bezeichnung "Flow" beschreiben Graffiti-Künstler die Dynamik sowie die Harmonie eines Graffitis. Der Flow ist vor allem bei Wildstyles von großer Bedeutung. Um einen guten Flow in ein Bild zu bringen, braucht es meist jahrelange Übung.

Flying Panel

Ein "Flying Panel" ist ein Graffiti, welches auf einen Zug gesprüht wird, dabei allerdings nicht die Unterkante des Zuges erreicht.

Freigegebene Flächen

Eine besondere Art es Sprayern schwer zu machen, besteht darin, sie nicht am Sprayen zu hindern. Was widersprüchlich klingt, gelingt dadurch, dass ihnen bestimmte städtische Flächen bereitgestellt werden, die besprüht und übermalt werden dürfen. Allerdings kann die Lust am Verbotenen genau den umgekehrten Effekt zur Folge haben.

Ganggraffiti

Bei dieser Art von Graffiti geht es weniger um die künstlerische "Verschönerung", sondern um das Markieren von Gangrevieren durch die unterschiedlichsten Graffitis.

Geisterbild

Bei einem Geisterbild handelt es sich um ein Graffiti, welches auch nach dem Reinigen der Fläche noch immer gut zu erkennen ist. Die nicht entfernbaren Farbreste eines Graffitis lassen auch noch nach dem Buffen einer Fläche die ursprüngliche Form des Pieces erahnen.

Graffiti

Wortherkunft: Graffiti leitet sich aus dem griechischem graphein ab und bedeutet so viel wie "schreiben". Die Singularform lautet eigentlich Graffito, üblicherweise wird sowohl die Mehr- als auch die Einzahl als Graffiti bezeichnet.

Graffitientfernung

  • bei ungeschützten Untergründen: Die besprühten Flächen werden mit speziellen Reinigern vorgesprüht und anschließend mit Heißwasser-Hochdruckreinigern abgespritzt. Verbleibende Farbschatten werden mit speziellen Reinigern entfernt.
  • bei temporär geschützten Untergründen: Die Opferbeschichtung (zum Beispiel Wachs) wird mit dem Reiniger abgetragen und anschließen neu aufgebracht.
  • bei semipermanent geschützten Untergründen: Eine permanente Imprägnierung verhindert tiefes Eindringen von Farben in den Untergrund. Eine Opferbeschichtung wird bei einem Farbanschlag abgetragen und anschließend neu aufgetragen
  • bei permanent geschützten Untergründen: Farbverunreinigungen sind bis zu 100 Mal vom Untergrund sehr leicht mittels Hochdruckreinigern und soften Graffitientferner entfernbar.


Graffitigeschichte

Die Geschichte der Bemalung von Fassaden geht zurück bis zu den ersten Höhlenmalereien. Doch erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann sich eine Graffitikultur heutiger Prägung zu entwickeln. Graffitibemalungen sind nicht – wie gelegentlich angenommen – nur der Hip-Hop-Szene zuzurechnen sondern vielen Jugendgruppen zuzuschreiben. Die bekannteste und in Europa seit nahezu 400 Jahren alte Form von Graffitis sind die so genannten Zinken. Diese Zeichen dienen dem fahrenden Volk als Hinweis darauf, wie eine Stadt oder Ortschaft auf sie zu sprechen ist.

Graffitiforschung

In der Graffitiforschung setzen sich Wissenschaftler mit der soziokulturellen Bedeutung von Graffitis auseinander. Dabei dienen die Deutung und die Aussagen der Graffitis als Hinweis darauf, ob und welcher gesellschaftlicher Friede gerade vorherrscht oder ob nicht hingegen sogar kritische Momente darin zu lesen sind.

Graffitiprophylaxe

Die beste Methode Entfernungskosten zu vermeiden, ist es Graffiti erst gar nicht entstehen zu lassen. Nachfolgend mehrere Methoden oder eine Kombination davon zur Verhinderung von Graffitischäden verwendet:

  • Umzäunung, Beleuchtung, Überwachungspersonal, Kameras
  • Schutz des Untergrundes mittel permanenter, semipermanenter und temporärer Schutzaufträge.
  • Schnelles reinigen: Anreiz für Sprayer durch schnelles Reinigen verringern. Werden die Flächen entsprechend schnell gereinigt, fühlen sich Sprayer durch die Zerstörung ihrer Arbeit schnell demotiviert
  • Keine großflächige einfarbige Bemalung: Bewusste Farbgestaltung (eventuell durch Sprayer selbst) aufbringen lassen – Sprayer übersprayen nur selten die Werke anderer.
  • Bepflanzen von Flächen, die den Zugang verhindern/erschweren. Solche natürlichen Zugangssperren sind ideal, um Sprayer am Zutritt zu hindern.
  • Öffentliche Flächen: Haben Sprayer die Möglichkeit legal zu sprayen, verzichten sie in der Regel auf illegales Sprayen. Wenn Städte oder Gemeinden öffentliche Flächen zum Sprayen zur Verfügung stellen, können Sprayer ihrer Spraylust legal nachkommen und verschonen private Fassaden.


Hall of Fame

Als "Hall of Fame" werden in der Graffiti-Szene in der Regel Flächen bezeichnet, die zumeist legal besprüht werden dürfen und auf denen Künstler sich mit besonders hochwertigen Pieces verewigen. Eine bekannte und gut besuchte Hall of Fame ist häufig ein Anziehungspunkt für Graffiti-Künstler aus der ganzen Welt.

Hot-Spot

Hot-Spots sind Flächen, die entweder aufgrund eines hohen Verkehrsaufkommens oder aber vieler Passanten einen großen Reiz auf Graffiti-Künstler ausüben. Für das erfolgreiche Besprühen solcher Hot-Spots benötigt man ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit sowie Schnelligkeit.

Inside

Als "Inside" wird in der Szene ein Graffiti bezeichnet, das in einem geschlossenen Raum gesprayt wurde. Vor allem "Insides" in Zügen erfreuen sich in der Szene einer großen Beliebtheit. "Insides" werden dabei sowohl mit dicken Permanentmarkern als auch mit Dosen gesprüht.

King

Die Bezeichnung als "King" gilt als höchste Auszeichnung innerhalb der Graffiti-Szene. Als Zeichen für diesen Titel ergänzt der jeweilige Writer sein Tag häufig um eine Krone.

King of the Line

Als "King of the Line" bezeichnet man in denjenigen Writer, der an einer bestimmten Bahnstrecke die meisten Bilder gemalt hat.

Klograffiti

Unter diesem Oberbegriff werden eher alle Arten von Graffitis, Schmierereien oder Einritzungen auf Untergründen bezeichnet, die auf öffentlichen Plätzen der unterschiedlichsten Art stattfinden. Hierzu gehören insbesondere öffentliche Toiletten, Aussichtstürme oder besondere historische Orte, an denen Menschen eher einfache Nachrichten wie Namen und dergleichen hinterlassen.

Kosten für die Entfernung    

Groben Schätzungen zu Folge belaufen sich die Gesamtkosten für die Entfernung von Graffitis in Deutschland auf nahezu 500 Millionen Euro jährlich. Die Deutsche Bahn geht jährlich ca. 20.000 Anzeigen wegen Sachbeschädigung an Lokomotiven, Waggons und Bahnhofshallen nach.

Lasertechnik

Die Lasertechnik ist ein sehr modernes Verfahren, mit sich Graffitis gezielt entfernen lassen. Der zentrale Vorteil dieses Verfahrens gegenüber den herkömmlichen mechanischen und chemischen Verfahren besteht vor allem darin, dass die Oberfläche nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Es kommen keine Lösungsmittel zum Einsatz, sodass die Lasermethode umweltfreundlich und ungiftig ist.

Lay Up

Als "Lay Up" bezeichnen Graffiti-Künstler kleinere Zugabstellanlagen. Oft handelt es sich dabei um Endhaltepunkte beziehungsweise Knotenpunkte, an denen Züge kurz abgestellt und anschließend wieder herausgefahren werden. Der kurze Aufenthalt der Züge wird zum Besprühen der Züge genutzt.

Line

Als "Line" werden von Writern die Flächen entlang einer Bahnstrecke bezeichnet. Dementsprechend heißen die dort zu sehenden Bilder im Graffiti-Jargon "Linepieces".

Married Couple

Mit dem Begriff "Married Couple" bezeichnen Graffiti-Künstler einen doppelten Wholetrain. Bei einem "Married Couple" sind entsprechend zwei vollständig bemalte Waggons, die sich unmittelbar hintereinander befinden. Heutzutage bestehen kaum noch Möglichkeiten, ein "Married Couple" zu sprayen, da die Züge in der Regel sehr schnell wieder gereinigt werden.

Mural/Concept Wall

Beteiligen sich mehrere Sprayer an einer großen Fläche, die sich einem gleichen Thema widmet, spricht man von Mural oder Concept Wall. Diese großen Flächen werden in der Regel von Städten oder Gemeinden zur Verfügung gestellt und können legal besprüht werden.

Motivation für Writing/Sprühen

Sprayer verfallen sowohl bei illegalen als auch bei legalen Grafitti-Aktionen in einen Rausch. Doch nicht nur dieser rauschähnliche Zustand treibt die Sprayer an. Ein weiterer Aspekt ist die Anerkennung innerhalb einer bestimmten Jugendgruppe. Dieses Verlangen nach Anerkennung führt dazu, dass unter den Jugendlichen ein regelrechter run auf die am schwersten zu erreichenden Objekte stattfindet. Je höher und schwieriger zu erreichen, desto höher die Anerkennung.

Oberflächenschutz

Graffitischutz stellt nicht nur eine Maßnahme dar, die dazu beiträgt Wandgestaltungen schneller entfernen zu können. Darüber hinaus trägt ein geeigneter Oberflächenschutz dazu bei, dass die Reinigungsfähigkeit und der Schutz von Fassaden insgesamt verbessert wird.

Opferbeschichtung

Wasserlöslicher Auftrag auf Untergründen, die zusammen mit den Graffitis oder den Schmierereien mittels Heißwasser-Hochdruckreinigern abgetragen werden. Schutzbeschichtung muss anschließend neu aufgetragen werden.

Outline

Die Outlines sind die unmittelbaren Umrandungen eines Graffiti-Schriftzugs. Diese unterteilen die einzelnen Buchstaben in ihrer Form.

Panel

"Panel" ist in der Graffiti-Szene eine allgemeine Bezeichnung für ein Graffiti, welches sich unter den Fenstern eines Zuges befindet. Ursprünglich wurde dieser Begriff ausschließlich für Pieces verwendet, die unter den Fenstern zweier Waggontüren gesprüht waren.

Piece

Als "Piece" bezeichnen Graffiti-Künstler ihre aufwändigen Werke, die meist mehrfarbig sind und sich über eine größere Fläche erstrecken. Mittlerweile hat sich der Begriff "Piece" allerdings auch als allgemeine Bezeichnung für ein gesprühtes Bild genutzt.

Policeline

Eine "Policeline" ist eine Linie, welche Sprayer mit einem Marker oder einer Sprühdose malen, während sie vor der Polizei oder einem privaten Sicherheitsdienst fliehen.


Politisches Graffiti

Hierbei geht es weniger um die gestalterisch anspruchsvolle "Wandgestaltung", sondern ganz explizit darum eine politische Meinung auszudrücken. In der Regel wenden sich solche Graffitis gegen das vorherrschende Parteisystem oder sie versuchen eine bestimmte politische Meinung pointiert auszudrücken. Eine Unterform davon ist das sogenannte Adbusting.

Reverse Graffiti

Werden bereits verunreinigte Untergründe selektiv gereinigt, wodurch ein neues Graffiti entsteht, spricht man von Reverse Graffiti. Besonders beliebt ist es dort, wo gesetzliche Vorgaben umgangen werden, denn Farbe wird ja nicht auf- sondern eher abgetragen.

Roof-Top

"Roof Tops" heißen solche Graffitis, die sich an Dächern, Dachkanten oder Schornsteinen befinden und oftmals in waghalsigen Aktionen gesprüht wurden.

Schablonengraffiti

Werden für die Aufbringung von Wandmalereien vorgefertigte Schablonen verwendet, spricht man von Schablonengraffiti. In der Regel sind diese Malereien eher einfarbig und werden mit Sprühdosen aufgetragen.

Scratching (Kratzen)

Durch intensive Reinigungsbemühungen werden Sprayer teilweise abgeschreckt. Unter Umständen werden allerdings Gegenreaktionen bei den Sprayern ausgelöst. Um dauerhafte "Eindrücke" auf Untergründen zu hinterlassen, werden daher vermehrt mechanische Attacken durchgeführt. Mittels harter Werkzeuge werden die Writings eingeritzt. Häufig findet man diese Art von Graffiti auf U-Bahnscheiben.

Straftatbestand

Einem Sprayer/Writer kann der Spaß eine fremde Wand zu besprühen, nicht nur viel Geld, sondern außerdem die Freiheit kosten. Je nach Rechtsauffassung kann er wegen unerlaubter Handlung, wegen Sachbeschädigung oder auch wegen Eingriff gegen eine Sachsubstanz belangt werden.

Streetart

Streetart/Straßenkunst ist die weitestgehend im öffentlichen Raum stattfindende Kunst. Bekannteste Beispiele dafür sind Aufkleber, aufgesprühte Farbaufträge oder mit Schablonen gefertigte Muster auf den unterschiedlichsten Untergründen. Hier wird zwischen legalen und illegalen Streetartaktionen unterschieden, wobei die illegalen Aktionen in der Regel überwiegen.

Style

Jeder Sprayer besitzt seinen eigenen Stil, der er oft in jahrelanger Arbeit verfeinert und weiterentwickelt hat. Zum Style eines Graffiti-Künstlers gehören die individuelle Gestaltung der Buchstaben und Characters sowie der Einsatz von bestimmten Stilelementen. Die Entwicklung eines eigenen Styles erfordert viel Zeit, viel Geduld und zum Teil jahrelange Übung. Am Ende entsteht so im besten Fall ein eigener, stimmiger Style. Die Entwicklung eines guten und möglichst einzigartigen Styles gehört zu den wichtigsten Zielen eines jeden Graffiti-Künstlers. Ein besonders schlechter Style wird innerhalb der Graffiti-Szene dagegen als "Toy Style" bezeichnet. Wird der Stil eines anderen Graffitikünstlers nachgeahmt oder sogar kopiert, so bezeichnet man dies innerhalb der Szene als "biten".

Tag/Taggen

In der Szenesprache der Ausdruck für einen Signaturkürzel des jeweiligen Sprayers. Da die meisten Aktionen illegal sind, verwenden die meisten Sprayer fiktive Signaturkürzel. Bekanntestes Beispiel hierfür ist sicherlich Joseph Kyselak, der im späten 18ten Jahrhundert auf Grund einer Wette seinen Namen durch Aufkratzen auf Untergründen zu Allgemeiner Bekanntheit verhelfen wollte.

Throw-Up

Als "Throw-Up" bezeichnen Graffiti-Künstler besonders schnell gemalte Werke, die zumeist gar nicht ausgefüllt oder aber nur schraffiert sind. Throw-Ups werden in aller Regel lediglich mit maximal zwei verschiedenen Farben gemalt, auch das Design ist wenig aufwendig.

Top to Bottom

Ein "Top to Bottom" ist ein Graffiti auf einem Zug, welches sich über die gesamte Höhe, nicht aber über die gesamte Länge des Waggons erstreckt. Das erste "Top to Bottom" wurde bereits Anfang der 1970er Jahre in den Vereinigten Staaten gesprüht. Als größtes Problem bei einem "Top to Bottom"-Graffiti gilt die Wagenhöhe, nicht selten müssen bei einem solchen Werk daher Leitern zum Einsatz kommen.

Toy

"Toy" ist in der Graffiti-Szene die Bezeichnung für einen unerfahrenen und schlechten Writer. Bilder oder aber Tags eines schlechten Sprayers werden häufig mit dem Begriff "toy" markiert oder aber gleich komplett übermalt.

Trainbombing

Mit dem Begriff "Trainbombing" wird im Graffiti-Jargon das Besprühen von Zügen bezeichnet.

Train-Yard

Der "Train-Yard" ist ein Gelände, auf welchem Züge beziehungsweise S-Bahnen oder aber U-Bahnen abgestellt werden, um diese zu reinigen beziehungsweise zu warten.

Turf

Mit dem Begriff "Turf" bezeichnen einzelne Writer oder Crews das Gebiet, in dem sie hauptsächlich aktiv sind.

Ultras-Graffiti

Besonders durch Fußballfans verursachten Wandmalereien, die vom künstlerischen Anspruch eher hinter den Streetart-Writings stehen und oft Motive aus dem Fussballbereich enthalten.

Umweltschutz

Firmen, die sich der Graffiti-Entfernung haben eine besonders hohe Verantwortung für die Umwelt und haben daher nur solche Mittel zu verwenden, die besonders wenig umweltbelastend sind. Heißwasser-Hochdruckstrahler gehören beispielsweise dazu.

Underground

Die Bezeichnung "Underground" steht für das Sprühen unter der Erde, vor allem in U-Bahn-Systemen.

Wack

Als "Wack" bezeichnet man im Graffiti-Jargon entweder ein nicht gelungenes Graffiti beziehungsweise einen schlechten Writer.

Watchman/Watcher

Der "Watchtman" beziehungsweise "Watcher" ist eine Person, die aufpasst, während Sprayer ein Piece malen. Das Wache halten für andere Writer wird im Graffiti-Jargon auch als "scouten" bezeichnet.

Wholecar

Der Begriff "Wholecar" steht in der Graffiti-Szene für einen einzelnen Waggon eines Zuges, welcher in kompletter Länge sowie kompletter Höhe mit einem Graffiti besprüht wurde. In der Regel wird dabei immer nur eine Seite des Waggons besprüht. Aufgrund des hohen Aufwands teilen sich zumeist mehrere Graffiti-Künstler die Arbeit an einem "Wholecar". Falls dagegen tatsächlich nur ein einzelner Künstler für das Graffiti an einem Waggon verantwortlich ist, so wird dies als "One-Man-Wholecar" bezeichnet. Generell genießen Wholecars ein extrem hohes Ansehen innerhalb der Graffiti-Szene. Für die Verkehrsbetriebe und deren Fahrgäste ist diese Art des Besprühens von Waggons in der Regel sehr unangenehm, da diese durch die Lackierung in kompletter Höhe und Länge stark verdunkelt werden.

Wholetrain

Ein "Wholetrain" ist die Steigerung eines "Wholecars". Mit diesem Begriff wird im Graffiti-Jargon ein Zug bezeichnet, dessen Waggons vollständig mit einem Graffiti bemalt wurden.

Wildstyle

Wildstyles sind Bilder, deren Aufbau sehr kompliziert ist und bei denen die Elemente wild ineinander verschlungen sind. Häufig sind Wildstyles nicht einmal von erfahrenen Graffiti-Künstlern lesbar.

Window-down

Als "Window down" werden Graffitis bezeichnet, die sich unterhalb der Fenster von Zügen befinden.

Writer

Szenebezeichnung für einen Sprayer, der aufbringt, üblicherweise wird er auch als Sprayer bezeichnet. Die Gründe dafür auf Wänden oder anderen Flächen Spuren zu hinterlassen sind sehr vielfältig und es gibt seriöse wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit dem Phänomen Graffiti befassen. Unter Motivation für Writing sind einige davon aufgeführt.

Writing/Style-Writing

Die am meisten verbreitete Art von Graffiti. Die Ästhetik und der künstlerische Anspruch stehen bei diesem Graffiti besonders im Vordergrund. Die Grundelemente sind in der Regel Zahlen und Buchstaben, die mehr oder minder aufwändig auf die jeweiligen Untergründe inszeniert werden.

Yardrain

Als "Yardrain" werden in der Graffiti-Szene mehrere Sprayer bezeichnet, die in einen "Train-Yard" eindringen, um dort Züge zu besprühen.

Zuschuss für Graffitientfernung

Je nach Gemeinde oder Stadt werden Zuschüsse für die Entfernung von Farben ausgezahlt. Diese betragen bis zu 50% der verursachten Kosten. Eine Nachfrage lohnt sich!

 

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